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Drei Jahre Vollzeitjob

Die Ausbildung zur Hebamme ist bundeseinheitlich gesetzlich geregelt und dauert drei Jahre. Für examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen bzw. Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen ist auf Antrag eine zwölfmonatige Verkürzung möglich, sofern ein Platz im Mittelkurs dafür zur Verfügung steht.

Unterbrechungen durch Schwangerschaft, Krankheit oder aus anderen von der Schülerin nicht zu vertretenden Gründen werden bis zu einer Gesamtdauer von 12 Wochen, bei verkürzter Ausbildung bis zu höchstens vier Wochen je Ausbildungsjahr angerechnet.

Der theoretische Unterricht umfasst mindestens 1.600 Stunden und wird an ein bis zwei Studientagen je Woche sowie in Unterrichtswochen erteilt.

Gesetzlich vorgesehene Unterrichtsfächer sind u. a. Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde, Psychologie, Pädagogik, Physik, Anatomie und Physiologie, Krankheitslehre, Krankenpflege, Arzneimittellehre, Geburtshilfe, Schwangerenvorsorge, Betreuung im Wochenbett, Kinderheilkunde, Neugeborenen- und Säuglingspflege.

Einzelne Unterrichtsreihen werden durch Seminare, Vorträge oder Diskussionsrunden ergänzt:

  • In der Schwangerenbetreuung
  • Aufgaben der Familienhebamme
  • Schwangerschaftskonfliktberatung
  • Einführung in die Grundlagen der Homöopathie
  • Geburtsvorbereitung
  • Integration der Osteopathie
  • Betreuung des Neugeborenen
  • Babymassage
  • Angeborene Erkrankungen oder Fehlbildungen.


Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 3.000 Stunden. Einsatzgebiete sind u.a. im Kreißsaal, Wochenstation, Schwangerenberatung, Hebammenpraxis, Neugeborenenabteilung, Kinderklinik, konservative und operative gynäkologische Station.

Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 38,5 Stunden. Die Ausbildung ist kostenfrei. Die Auszubildenden erhalten z. Zt. im ersten Ausbildungsjahr eine monatliche Ausbildungsvergütung in Höhe von ca. 1040,69 € brutto, im 2. Ausbildungsjahr ca. 1102,07 € und im 3. Ausbildungsjahr ca. 1203,38 €. Ein Teil der Lehrbücher wird zur Verfügung gestellt. Dienstkleidung wird zur Verfügung gestellt. Berufsschuhe müssen selbst gekauft werden.

Nach erfolgreicher und regelmäßiger Teilnahme an der Ausbildung wird die Zulassung zur staatlichen Prüfung erteilt. Die Prüfung wird vor dem staatlich bestellten Prüfungsausschuss der Hebammenschule abgelegt. Mit bestandener Prüfung erhält die Schülerin die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung „Hebamme“.